Small World ab 10. Juni auf DVD

Geschrieben am 30.05.2011

Wenn die Welt konzentriert ist, werden viele Geheimnisse entdeckt. Die kleine Welt des Regisseurs Bruno Chiche um Gérard Depardieu und Alexandra Maria Lara wächst zu einer gewaltigen Spannung an und zeigt menschliche Abgründe und Herzenswärme des Bestsellerromans von Martin Suter.

Wenn man einen spannenden, wie komplexen Bestseller mit dem großen Schauspieler des französischen Kinos Gérard Depardieu und der jungen Deutschen, die auf dem besten Wege dahin ist, verfilmt, kann man eigentlich nicht mehr viel falsch machen. Regisseur Bruno Chiche hat alles richtig gemacht und ein durchweg stimmiges Gesamtkunstwerk geschaffen, dass der Vorlage Suters durchaus gerecht wird.

Komplexe Menschlichkeit in Small World

Dem Film ist es gelungen, die Komplexität der Romanvorlage sensibel und intensiv umzusetzen. Behutsam führt Chiche an das Thema heran, offenbart eine Information nach der anderen und hält dabei ständig die Spannung. Das verträumte Drama schneidet viele Themen des Menschseins an, kein Wunder, ist die Vorlage das erste Buch einer neurologischen Trilogie.

Was mit einer romantischen Märchenhochzeit und der Liebe zwischen einer schönen Frau und einem scheinbaren Prinzen beginnt, entpuppt sich zur Familienintrige und erstickender Wahrheit. Die ungleichen Protagonisten Konrad und Simone verkörpern das mit seiner Vergangenheit alt werden und als junger Mensch erwachsen werden müssen.

Zwischen Kälte, die ins Herz sticht und kindlicher Naivität voller Liebe und Verständnis für das Leben erlebt der Zuschauer die typische Verwechslungsgeschichte auf eine überraschende Weise. Sozialkritisch macht der Film auf Ungerechtigkeiten aufmerksam, auf das Mundtotmachen alter, verwirrter Menschen und die bittere Täuschung in Menschen, die man zu lieben glaubte.

Die Handlung in Small World

Den alternen Konrad Lang (Gérard Depardieu) zieht es zurück in den Schoß der Industriellen-Familie Senn. Er ist zusammen mit deren Sohn Thomas (Niels Arestrup) aufgewachsen, aber gehört sichtlich nicht zur Familie. Thomas’ scheinbare Mutter und Familienoberhaupt Elvira Senn (Francoise Fabian) verhält sich zwischen Zuneigung und Misstrauen seltsam gegenüber Konrad.

Die junge Gattin der dritten Generation fühlt sich erst mit der Ankunft des verwirrten Konrad etwas zur Familie gehörig. Sie hilft ihm, seiner schwindenden Vergangenheit auf die Spur zu kommen. Die Erinnerungen an alte Zeiten öffnen sich ihm wie ein Buch, und jeden Tag blättert Konrad eine Seite zurück, immer tiefer in seine Kindheit. Gemeinsam lüften sie ein brisantes Familiengeheimnis, das einen Mordversuch wert ist und die scheinbar heile Welt einer Dynastie aus den Fugen hebt.

Exzellente Besetzung für Small World

Bis in die Nebenrollen ist der Film hervorragend besetzt. Auf zärtliche Weise verkörpert der mittlerweile auch schon 71-jährige Star des französischen Kinos Gérard Depardieu die Hauptfigur Konrad Lang. Alexandra Maria Lara gibt der Simone eine schmerzvolle, zunächst nüchternde Note, die tief beeindruckt. Auch Yannik Renier spielt authentisch den sich blind stellenden Familienerben und frisch gebackenen Ehemann. In den Nebenrollen brillieren außerdem Francoise Fabian, Niels Arestrup und Nathalie Baye. Schöne Bilder und die passende musikalische Untermalung geben dem Film das Prädikat wertvoll.

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