Pixar und Walt Disney: 20 Jahre grandiose Zusammenarbeit

Geschrieben am 21.12.2011

Was Pixar und Walt Disney anfassen wird fast immer ein Erfolg. Filme wie „Toy Story“ oder „Findet Nemo“ sind jedem ein Begriff. Doch leisteten sich die beiden Unternehmen in den 20 Jahren ihrer grandiosen Zusammenarbeit auch einen großen Patzer.

Bevor Pixar und Walt Disney im Jahre 1991 einen Vertrag über die Produktion von drei Animationsfilmen schlossen, produzierte das Unternehmen aus Emeryville hauptsächlich Werbefilme und entwarf Firmenlogos. Nach der ersten erfolgreichen Co-Produktion „Toy Story“ ging das Unternehmen an die Börse. Zwei Jahre später wurde die vertraglich vereinbarte Anzahl der Filme  auf fünf ausgeweitet. Es folgten weitere erstklassige Animationsfilme, bei denen die Qualität der Animationen stetig anstieg. Zu Produktionszeiten von „Die Unglaublichen“ ließ Pixar verlauten, dass die Kooperation mit Walt Disney nach dem siebten gemeinsamen Projekt beendet werden würde. Doch nachdem der Walt Disney Konzern im Jahre 2005 Änderungen im Führungsteam vorgenommen hatte stand euch einer weiteren Zusammenarbeit plötzlich nicht s mehr im Wege. Im darauffolgenden Jahr übernahm Walt Disney die Pixar Inc. für 7,4 Milliarden US$.
Die Filme von Pixar und Walt Disney lassen jedoch nicht nur die Kinokasse klingeln, auch die Merchandising-Programme laufen jedes mal auf’s neue erfolgreich. Von Tassen, über Plüschtiere bis hin zu Schlafanzügen ist alles an Merchandising-Artikeln vertreten und erfreut meist nicht nur Kinderherzen. Bei so viel Erfolg ist es nicht verwunderlich, dass die beiden nächsten Animationsstreifen schon für 2012 angekündigt sind.

Das Resultat aus 20 Jahren Zusammenarbeit:

1995: Toy Story
Der Film war Pixars erste Co-Produktion mit Disney und erhielt einen Sonderoscar für den ersten vollständig animierten Spielfilm. Der Streifen, in dem Spielzeuge zum Leben erweckt werden, spielte weltweit in etwa 360 Millionen US$ ein und ist einer der besten Animationsfilme aller Zeiten.

1998: Das große Krabbeln
In „Das große Krabbeln“ versucht die Ameise Flik ihren Platz in der Kolonie zu finden, was sich als nicht gerade einfach erweist. Für die Umsetzung des Films wurden aufwendige Recherchen in der Natur betrieben, bei denen unter anderem Aufnahmen von richtigen Insekten angefertigt wurden um deren Aussehen und Verhalten auf die Animationen übertragen zu können.

1999: Toy Story 2
Die Fortsetzung des ersten Filmes war ebenfalls ein großer Erfolg. Er konnte sogar den Gloden Globe Award für den besten Film in der Kategorie Komödie oder Musical für sich verbuchen.

2001: Die Monster AG
Der Film, in dem Monster zu liebenswerten und heldenhaften Wesen gemacht werden, spielte am ersten Wochenende mehr als 62 Millionen US$ ein. Damit ist Walt Disney und Pixar mit der „Monster AG“ der bis dato beste Start eines Animationsfilms gelungen. Gegen Ende 2012 soll nach elf Jahren endlich eine Fortsetzung in die Kinos kommen.

2003: Findet Nemo
In „Findet Nemo“ wird die Unterwasserwelt in ihrer Komplexität atemberaubend gut nachempfunden. Die Suche nach dem kleinen Clownfisch war bis zur Veröffentlichung von „Toy Story 3“ der finanziell erfolgreichste Film von Pixar.

2004: Die Unglaublichen – The Incredibles
In diesem Meisterwerk von Pixar darf der Zuschauer die Abenteuer einer Superhelden-Familie miterleben. Bei diesem Film wurden zum allerersten mal ausschließlich menschliche Figuren verwendet. Dennoch gehört der Streifen zu den bisher erfolgreichsten Animationsfilmen.

2006: Cars
„Cars“ bietet das genaue Gegenstück zu „Die Unglaublichen“, die Handlung findet statt in einer Welt in der Menschen nicht existieren und sich Autos wie Tiere benehmen. Tricktechnisch ist der Film zwar hervorragend umgesetzt worden, jedoch lief der Film aufgrund seiner stellenweise doch sehr langatmigen Szenen im Kino nicht ganz so gut. Der größte Erfolg konnte hierbei auf dem Gebiet des Merchandisings erzielt werden.

2007: Ratatouille
In „Ratatouille“ wird die Ratte Rémy zum heimlichen Küchenchef und gefällt dabei aufgrund seines putzigen Aussehens auch Rattenphobikern. Der Film gewann im Jahre 2008 sowohl einen Golden Globe Award, als auch einen Oscar, jeweils in der Kategorie Bester Animationsfilm. Die Merchandising-Einnahmen fielen hier nicht so hoch aus wie erwartet.

2008: WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf
Mit „WALL·E“ haben die Macher wieder etwas besonderes gewagt, sie lassen den Film zu Beginn fast eine Dreiviertelstunde ohne Sprache auskommen. Doch der Erfolg ließ trotzdem nicht lange auf sich warten, „WALL·E“ gewann ebenfalls einen Oscar in der Kategorie „Bester Animationsfilm“ und spielte weltweit über 500 Millionen US$ ein.

2009: Oben
„Oben“ ist nach „Toy Story 3“ und „Findet Nemo“ der dritterfolgreichste Animationsfilm der Kooperation von Walt Disney und Pixar. Er handelt von einem Rentner, der zusammen mit einem kleinen Jungen zahlreiche Abenteuer erlebt und schließlich die Großvaterrolle für ihn übernimmt. Insgesamt spielte der Film über 723 Millionen US$ ein.

2010: Toy Story 3
Fünfzehn Jahre nach dem Erfolg von „Toy Story“ bringen die Macher eine weitere Fortsetzung auf den Markt. Der Streifen verdrängt „Findet Nemo“ von der Spitzenposition als finanziell erfolgreichster und wohl auch bester Film. Er gewann insgesamt zwei Oscars in den Kategorien „Bester Animationsfilm“ und „Bester Filmsong“.

2011: Cars 2

Jüngster Streich aus dem Hause Walt Disney/Pixar ist die wohl noch schlechtere Fortsetzung des eher mäßig erfolgreichen Films „Cars“ aus dem Jahre 2006. Kritiker werfen den Machern sogar vor, den Film nur mit dem Auge auf die Einnahmen durch Merchandising-Produkte produziert zu haben. Die Produktpalette wurde nämlich im Vergleich zum ersten Teil stark erweitert und beinhaltet mittlerweile sogar ein Lightning McQueen Bobby Car. Auch wenn das kleine Rutschauto durchaus etwas niedliches an sich hat, bleibt zu hoffen, dass dies nicht der Beginn einer Ära ist, in der Pixar nur noch kalkulierte Bilanz-Produktionen hervorbringt.

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