Jane Eyre im Kino

Geschrieben am 20.01.2012

Einige literarische Vorlagen schaffen es immer wieder auf die Kinoleinwand oder auf den Fernsehschirm. Mit Charlotte Brontes Roman „Jane Eyre“ wurde nicht nur eine mehrfache Wiederholungstat begangen, sondern auch der mutige Sprung ins Kino gewagt.

Stolze 165 Jahre sind vergangen, seit der Roman „Jane Eyre“ erstmals veröffentlicht wurde. Heute gilt das Werk der britischen Autorin Charlotte Bronte als Klassiker der viktorianischen Romanliteratur. Bisher ist der Stoff dutzende Male verfilmt worden und sowohl weniger wie sehr bekannte Namen können damit in Verbindung gebracht werden. Als Darsteller waren schon Orson Welles, Timothy Dalton, William Hurt und Charlotte Gainsbourg zu sehen. Regie wurde unter anderem schon von Franco Zeffirelli geführt, der für seine erfolgreiche Inszenierung von Shakespeares „Romeo & Julia“, einem Filmklassiker bekannt ist.

Die Geschichte der Jane Eyre in Neuauflage

Im Gegensatz zum Roman wird die Drama-Romanze nicht chronologisch erzählt. Der Film zeigt zunächst eine junge Frau, die aus unbekannten Gründen im Morgengrauen von einem Anwesen flüchtet und schließlich Zuflucht im Haus von St. John Rivers und seinen Schwestern findet, wo sie fortan unter falschem Namen lebt. Hier erfolgt die erste Rückblende in die Kindheit und man erfährt ihren Namen.

Die Kindheit der früh zur Waise gewordenen Jane Eyre verläuft -  zunächst im Haus ihrer Tante, später auf einem Mädcheninternat – mit Demütigungen, Zurückweisungen und fehlender Liebe. Als Erwachsene, inzwischen Lehrerin geworden, verlässt sie das Internat, um als Gouvernante eine Stellung auf dem Anwesen Thornfield  anzutreten.

Erst nach einiger Zeit lernt sie auch den Hausherren Mr. Rochester kennen und aus gegenseitigem Respekt entsteht eine Art Freundschaft, später verliebt sie sich allmählich in ihn. Er jedoch flirtet offensiv mit der schönen Ms. Ingram und damit nicht genug: Auf Thornfield gehen seltsame Dinge vor sich…

Die aktuelle Umsetzung

Das jetzige Remake kann durch Michael Fassbender (Mr. Rochester) und Mia Wasikowska (Jane Eyre) mit zwei gut gewählten Hauptdarstellern aufwarten. Der Film wird seitens der Kritiker als sehr gelungene Adaption der Romanvorlage gehandelt, die durch die Gestaltung der Atmosphäre besticht. Trotz leichtem Aufwärtstrend lassen die Besucherzahlen des Films doch sehr zu wünschen übrig. Am Startwochenende im vergangenen Dezember lockte der Film 21.941 Zuschauer, insgesamt bisher 115.783 und belegt damit einen mehr als mageren Platz in den Kinocharts. Es ist erstaunlich, dass sich Regisseur Cary Fukunaga an eine Kino-Umsetzung gewagt hat. Fans von Literaturverfilmungen, besonders aus dem viktorianischen Zeitalter, kommen hier auf ihre Kosten. Doch gerade aufgrund des sehr spezifischen Zielpublikums wäre der Film im Fernsehen vielleicht besser aufgehoben gewesen.

Ein Garant für derartige erfolgreiche Fernsehproduktionen ist die BBC. Neben den Romanen von Jane Austen wurden dort auch schon andere literarische Klassiker, wie zum Beispiel „Vanity Fair“ verfilmt und sind auf DVD erschienen. Nicht zu vergessen auch bereits zweimal „Jane Eyre“, wovon die Version des Jahres 2006 mit Recht als eine der besten Umsetzungen bezeichnet werden kann.

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