In einer besseren Welt – Ausgezeichneter Film von Susanne Bier ab sofort auf DVD

Geschrieben am 6.09.2011

Für ihr Drama „In einer besseren Welt“ gewann die dänischen Regisseurin Susanne Bier sowohl den Golden Globe als auch den Oskar 2011 in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“  – zu Recht.

Mit „In einer besseren Welt“ ist Susanne Bier ein vielschichtiges Drama gelungen, dass unter die Haut geht. Die aus dem Dogma-Genre stammende Regisseurin konfrontiert ihre Hauptfiguren und die Zuschauer mit den unterschiedlichsten Arten von Unrecht, Gewalt und Tod. Sie schickt ihr Protagonisten durch ein Labyrinth aus Wertvorstellungen, Rache-Gedanken, unerfüllter Liebe und treibt sie ein ums andere mal an existenzielle Abgründe. Entstanden ist so eine sinnliche Mischung aus Psychodrama und Moral-Fabel, das mit überzeugenden Darstellern glänzt.

Der Kampf für eine bessere Welt

Im Mittelpunkt der Handlung steht Anton. Der schwedische Arzt arbeitet für Ärzte ohne Grenzen in einem afrikanischen Flüchtlingslager und ist hier mit Leid und Gewalt konfrontiert. So werden die Einheimischen von einem brutalen „Warlord“ tyrannisiert, der schwangeren Frauen ihre ungeborenen Kinder aus dem Leib schneidet. Als dieser den Arzt mit einer infizierten Beinwunde aufsucht, muss der idealistische Anton sich entscheiden. Behandelt er das „Monster“ oder überlässt er ihn seinem Schicksal?

(K)eine bessere Welt im heimischen Dänemark

Zuhause in Dänemark ergeben sich ganz andere Probleme. Doch wenn auch auf andere Art und Weise haben die Menschen auch hier mit Unrecht, Gewalt und Machtkämpfen zu tun. Von seiner Frau Marianne lebt Anton getrennt, worunter besonders sein 12-jähriger Sohn Elias leidet. Darüber hinaus wird der sensible Elias in der Schule brutal gemobbt. Er wehrt sich nicht, denn von seinem pazifistischen Vater hat gelernt, dass Gewalt keine Lösung ist.

Elias und Christian – Zwei unterschiedliche Freunde

Einen neuen Freund findet Elias in dem aus London zugezogenen Christian. Auch Christian befindet sich einer emotional schwierigen Situation. Seine Mutter ist an Krebs gestorben und das Verhältnis zu seinem seither Vater problematisch. Er wirft ihm vor, nicht ehrlich gewesen zu sein und den Tod der Mutter nicht zu bedauern. Christian fühlt sich unverstanden, ist wütend und impulsiv. Zwischen den beiden Jungs entwickelt sich ein ungewöhnliche Freundschaft, bei der Christian eine Beschützerrolle für Elias übernimmt. dabei jedoch übers Ziel hinaus schießt.

Zusammenprall unterschiedlicher Wertvorstellungen

„In einer besseren Welt“ handelt von unterschiedlichen Moralvorstellungen und menschlichen Abgründen. Im dänische Orginal lautet der Titel des Films “Hævnen”, was soviel wie „Rache“ bedeutet. Für Christian eine normale Reaktion auf Unrecht und Gewalt. So kann er nicht verstehen, dass Anton sich im Streit von einem Mann schlagen lässt, ohne sich zu wehren und schmiedet einen Rachekomplott – mit fatalen Folgen. Anton hingegen lebt nach einer idealistische Wertvorstellung, die von Gewalt absieht. Doch treiben ihn die Ausnahmesituationen in Afrika und auch die Situation zu Hause ein ums andere Mal an seine moralischen Grenzen. Elias hingegen ist zwischen den zwei Vorstellungen gefangen. Mit den Idealen seines Vaters aufgewachsen, findet er in seinem Freund Christian einen gegensätzlichen Charakter.

In einer besseren Welt – Emotionale Moral-Fabel und psychologische Studie

Den Kampf um die richtigen Entscheidungen inszeniert Susanne Bier in einem emotional mitreißendem Drama, ohne dabei in Klischees abzudriften. In eindringlichen Bildern schildert sie die Konflikte ihrer Protagonisten. Der Zuschauer beobachtet und leidet mit. Durchschaut er als einziger das komplizierte Geflecht aus Beziehungen, kann er den in sich gefangenen Protagonisten doch nicht helfen. Ein durch und durch sehenswerter Film, den es seit Anfang September auch auf DVD zu kaufen gibt.

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