Die besten Filme aller Zeiten: Teil 5 – Animationsfilme
Animationsfilme erfreuen sich seit den Anfängen des Kinos anhaltender Beliebtheit. Von Kurzfilmen über Experimentalfilme bis zu abendfüllenden Zeichentrickfilmen, von lustigen Cartoons bis zu ernsten Themen, ist hier alles möglich. Und einige Vertreter haben nicht nur die Gunst des Publikums errungen, sondern darüber hinaus auch Filmgeschichte geschrieben.
Seit den ersten Versuchen der Lumière Brüder haben sich Filmschaffende auch mit gezeichneten Bewegtbildern auseinander gesetzt. Lange galten sie vor allem als Kurzfilm-Material, dass zur Auflockerung des restlichen Programms gestaltet wurde, doch spätestens seit den Filmen von Max Fleischer, Walt Disney und den Warner Bros. Cartoons wurde klar, dass ein solcher Film mehr zu bieten hat. Und nicht erst seit der Einführung des Animations-Oscars 2001 wurde die filmische Kraft hinter traditioneller Animation und computergenerierten Filmen erkannt.
Steamboat Willie (Walt Disney, 1928)
Mit „Steamboat Willie“ zog der Ton in die Animationsfilme ein. Obwohl es bereits vorher Tonfilme, auch Zeichentrickfilme, gab, wurde dieser Mickey-Mouse-Kurzfilm zum Inbegriff der Möglichkeiten, die Animation in Verbindung mit Ton bieten kann. Für Walt Disney war der lediglich 7 Minuten lange Film ein Volltreffer, der den Grundstein zu weiteren Klassikern und dem gesamten Mausimperium legte.
Schneewittchen und die sieben Zwerge (David Hand, 1937)
Allein als erster abendfüllender Animationsfilm darf „Schneewittchen“ in der Aufstellung der besten Filme aller Zeiten nicht fehlen. Hinzu gesellt sich der kulturelle Einfluss, der Beweis, dass Zeichentrick nicht nur Füllmaterial ist und dass es möglich ist, Menschen auf natürliche Weise gezeichnet darzustellen.
Das letzte Einhorn (Jules Bass, Arthur Rankin Jr., 1982)
Peter S. Beagles Adaption seines Romans zeigte eindrucksvoll, dass Animationsfilme nicht nur aus dem Hause Disney kommen müssen und dass auch ein eigenständiger Stil ein großes Publikum ansprechen kann. Das Fantasy-Abenteuer-Märchen hat sich seitdem einen festen Platz im Feiertagsfernsehprogramm erarbeitet.
Wenn der Wind weht (Jimmy Murakami, 1986)
„When the Wind Blows“ – ein Animationsfilm mit einer Botschaft. Ein älteres, englisches Ehepaar wird mit dem bevorstehenden Atomkrieg konfrontiert und trifft nutzlose, aber offiziell angeordnete, Vorbereitungen, während sie über ihre Erlebnisse im letzten Krieg nachdenken. Ein aufrüttelnder wie auch deprimierender Film, der sich mit der Bedrohung durch die Bombe auseinandersetzt und nichts von seiner Kraft verloren hat. David Bowie steuerte übrigens einen Song bei, Genesis, Roger Waters und Paul Hardcastle arbeiteten ebenfalls am Soundtrack mit.
Toy Story (John Lasseter, 1995)
John Lasseter und den Pixar Studios gelang 1995 mit ihrem computeranimierten Film, was Walt Disney all die Jahre vorher mit klassischem Zeichentrick vormachte: Zum ersten Mal wurden in „Toy Story“ die neuen technischen Möglichkeiten des Computers deutlich und mit Erfolg bei Publikum und Kritikern honoriert.
Akira (1988)
Katsuhiro Otomos Filmfassung seiner epischen Manga-Erzählung „Akira“ führte den Erfolgszug der japanischen Animes auch in Europa und Amerika an. Mit überragender Technik und einer filmischen Kraft in Erzählung und Bildern wurde mit diesem Cyberpunk-Zeichentrickfilm auch dem letzten Zuschauer klar, dass Comicfilme ein ernstzunehmendes Medium sind, das nicht immer nur witzig, drollig oder für Kinder sein muss.
Weitere Animationsfilm-Klassiker:
Der Herr der Ringe (Ralph Bakshi, 1978)
Arielle die Meerjungfrau (John Musker, Ron Clements, 1989)
Ghost in the Shell (Mamoru Oshii, 1995)
Grave of the Fireflies (Isao Takahata, 1988)
Bambi (David Han, 1942)
Der König der Löwen (Roger Allers, Rob Minkoff, 1994)
Fantasia (div. Regisseure, 1940)
Shrek (Andrew Adamson, Vicky Jenson, 2001)
Das Dschungelbuch (Wolfgang Reitherman, 1967)
Wall-E (Andrew Stanton, 2008)
