Die besten Filme aller Zeiten: Teil 2 – Stummfilme und Filmklassiker

Geschrieben am 10.03.2011

Als der Film noch in den Kinderschuhen steckte, waren Filme wie “Broken Blossoms or The Yellow Man and the Girl” von David Griffith, Charlie Chaplins “The Kid” oder “Panzerkreuzer Potemkin” von Sergei Eisenstein eine Weltsensation. Erst die stummen Filme in Schwarz-Weiß haben dem Medium Film das Wort erteilt und seine Farben zum leuchten gebracht.

Während die ersten zaghaften Schritte in Richtung Film schon im 17. Jahrhundert gemacht wurden, zählt man heute die Filme der frühen zwanziger Jahre zu den ersten Filmklassikern, deren Popularität im Zauber der neuen Erfindung bis heute fortlebt.

Stummfilme ab Ende des Zweiten Weltkrieges

Die Wurzeln dieser Filme liegen am Ende des Ersten Weltkriegs. Es grenzt an ein Wunder, dass diese schwierigen Zeiten, trotz anfänglicher Ablehnung, etwas so Neuartiges erlaubt haben. Aber vielleicht konnte der Film auch nur gerade durch den Hunger der Menschen nach Veränderung in der Welt Fuß fassen.

Die Stille, die Stummfilme verbreiten, beeindruckt Kinobesucher bis heute. Die Faszination, die von den ersten filmischen Bildern ausgeht, scheint uns in den Tiefen unseres Menschseins zu berühren. Die Bilder sprechen eine andere Sprache, die aber unglaublich klar und prägnant ist. Ohne technische Mittel entstehen ergreifende Effekte in den ältesten Filmen der Geschichte.

Erste Filmthemen und Genres

Die ersten Filme spiegeln sicher noch die kulturellen Umstände der Zeit ihrer Entstehung wieder, trotzdem sind sie nicht vollends veraltet. Sie schöpfen bereits die Vielseitigkeit der bewegten Bilder aus und deuten unterschiedliche Genres an: So ist Griffiths Film (Broken Blossoms) von 1919 ein Liebesdrama, dass die Themen verschiedener Kulturen/Religionen und Rassismus behandelt.

In “The Kid” brilliert Charlie Chaplin 1921 und zeigt den Menschen, dass man auch über sein Schicksal schmunzeln kann. Er wird mit seiner deutlichen Art der Tragikkomödie, seiner Slapstick, besonders mit dem Film “Der große Diktator” berühmt und unvergesslich. Diese Hitler-Parodie aus dem Jahr 1940 traf auch ohne echte Worte genau den Zahn der Zeit und bleibt bis heute, trotz mehrfacher Versuche, beispiellos.

“Panzerkreuzer Potemkin” (1925), der die Russische Revolution um 1905 in eindrucksvollen Bildern zeigt, ist eine Art Vergangenheitsbewältigung, wie wir sie heute als dokumentarische Spielfilme kennen.

Der Umgang mit der Sprachlosigkeit

In “Broken Blossoms” gibt es sehr viele stille Momente. Die Münder werden bewegt, jedoch spricht die Mimik und die Kameraführung. Sehr prägnante Sätze werden auf Schrifttafeln eingeblendet. Die Musik untermalt und verstärkt die emotionalen Eindrücke.

“The Kid” ist fast durchgängig mit Musik unterlegt. Die Musik und die Bilder sprechen für sich, inhaltliche Erklärungen durch Texteblenden sind nicht nötig.

In “Panzerkreuzer Potemkin” werden Textblenden nicht als inhaltliche Erläuterung eingesetzt, sondern als „Spezialeffekt“ zur Verstärkung der Dramatik.

Broken Blossoms (1919) von David Wark Griffith

„Gebrochene Blüten“ basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Thomas Burke und handelt von der Liebe zwischen einem amerikanischen Mädchen (Lilian Gish) und einem chinesischen Buddha in London. Der Adoptivvater und Preisboxer ist gegen diesen Umgang und so versteckt sich das Mädchen aus Todesangst im Wandschrank, wo ihr Geliebter nur noch ihre seltsam lächelnde Leiche findet. Es kommt zum äußersten: Der Chinese erschießt aus Selbstschutz den Vater, um sich anschließend das Leben zu nehmen.

The Kid (1921) von und mit Charlie Chaplin

Die Geschichte behandelt die soziale Ungerechtigkeit der amerikanischen Gesellschaft. Ein Kind wird von seiner armen Mutter verlassen und Charlie nimmt es zu sich auf. Später bereut die inzwischen zu Geld und Ruhm gekommene Mutter ihre Tat und will Charlie das Kind wieder wegnehmen. Charlie kämpft um den Jungen, rettet ihn vor dem Waisenhaus und vor der leugnenden Mutter, um ihn am Ende glücklich in seine Arme schließen zu können.

Panzerkreuzer Potemkin (1925) von Sergei Eisenstein

In einer Tragödie in fünf Akten beschreibt Eisenstein die Ereignisse der Russischen Revolution. Besonders eindrucksvoll ist die vierte Szene an der Hafentreppe von Odessa, die bis heute den Zuschauern, die heute zwar Einiges gewöhnt sind, den Schauer über den Rücken jagt und kaum mehr aus dem Kopf zu kriegen ist. Diese Szene gehört zweifelsohne zu den Meilensteinen in der Filmgeschichte, zu den absoluten Filmklassikern unter den Stummfilmen.

Weitere Filmklassiker aus den Anfängen des Films:

  • Der große Eisenbahnraub (1903) von Edwin S. Porter
  • Cabiria (1914) von Giovanni Pastrone
  • Die Geburt einer Nation (1915) und Intoleranz von David Wark Griffith
  • Stan&Ollie (oder auch: Laurel&Hardy; deutsch: Dick und Doof) ab 1926

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