Der letzte Tempelritter – DVD und Blu-ray ab 26. August 2011
Regisseur Dominic Sena („Nur noch 60 Sekunden“) hat einen Mittelalter-Film mit Starbesetzung um Nicolas Cage gedreht, der als Parodie auf düstere Fantasystreifen durchaus sehenswert gewesen wäre. Doch die ernst gemeinten Logikfehler können auch durch Spezialeffekte nicht ausgeglichen werden. Am wenigsten hat der Film (Original „The Season of the Witch“) mit Tempelrittern zu tun.
So sehr der deutsche Titel und der Hauptdarsteller Nicolas Cage auch an den Film „Das Vermächtnis der Tempelritter“ von Jon Turteltaub erinnern mögen, so wenig hat „Der letzte Tempelritter“ damit tatsächlich zu tun. Eine gute Marketing-Idee, wo man in Deutschland scheinbar so sehr auf Tempelritter steht. Doch mit dem Tempelorden hat der Film reichlich wenig zu tun. Er begnügt sich mit den langweiligen Stereotypen des Mittelalters: Dunkelheit, Hexerei, Pest und Schlachten. Die vermenschlichte Hexe (Claire Foy) im Film scheint eine Adaption auf den kindlichen Gruselgeist Alma aus F.E.A.R.. Doch das Schlimmste ist, dass in „Der letzte Tempelritter“ alles todernst gemeint ist.
„Der letzte Tempelritter“ – Die Handlung um Nicolas Cage
Das Drama spielt Mitte des 14. Jahrhunderts, als Behmen (Nicolas Cage) mit seinem Freund Felson (Ron Perlman) aus dem Krieg im Dienst der Kirche desertiert. In Europa wütet die Pest und Behmen und Felson haben die Ehre, die Epidemie aufhalten zu müssen. Sie erhalten von Kardinal D’Ambroise (Christopher Lee) den Auftrag, eine junge Frau zu einem Kloster zu bringen.
Die geheimnisvolle Frau wird der Hexerei beschuldigt und ihr Fluch soll schuld an der Pestepidemie sein. Mit Hilfe von Priester Debelzaq (Stephen Campbell Moore) und einem kostbaren Buch soll der Fluch gebrochen und Europa gerettet werden.
Filmkritik zu „Der letzte Tempelritter“ von Dominic Sena
So sehr sich der Film auch bemüht, mit gelegentlichen Orts- und Zeitangaben den Film zurück in die vergangene Realität zu holen, driftet er doch immer wieder in die Fantasy-Welt ab, ohne es selbst zu merken. Der Dokumentationscharakter steckt eben nicht in den Zahlen, sondern in der Nähe zur Wahrheit.
Zwar ist die Kulisse aufwendig und von teuren Computern generiert, trotzdem nicht vergleichbar mit dem wesentlich besseren „Black Death” von Christopher Smith. Die Spezialeffekte der neuen DVD ziehen den Film eher immer mehr ins Lächerliche. Er hätte einfach das werden müssen, was er wirklich auch ist: Unterhaltsamer Fantasy-Trash vom Feinsten.
Lächerliche Logikfehler im Fantasy-Trash von Sena
Das Drehbuchdebüt von Bragi F. Schut lieferte eigentlich in seiner Verwirrung die richtige Vorlage für eine Parodie. Aber Sena übersah die Logikfehler mit großer Ernsthaftigkeit.
Der erste Zweifel an der Logik entsteht schon in den ersten Minuten des Films: Behmen wird zum Kriegsdienstverweigerer, weil er plötzlich sehen musste, dass bei der Eroberung einer Stadt, Frauen und Kinder getötet wurden. Seine Schlachten müssen sich vorher wohl auch schon in billigen Filmkulissen abgespielt haben.
Interessant ist auch, dass der Nahe Osten, Afrika und Europa scheinbar nur einen Fußmarsch voneinander entfernt sind und die Steiermark am Meer liegt. Das verlässlich gute Spiel von Nicolas Cage und die schöne hässliche Maske von Christopher Lee („Der Herr der Ringe“) konnten den Film leider genauso wenig retten, wie die um acht Monate verspätete Release.